
Da werden Erinnerungen wach an den Crash von 1998: Die Regierung Kirijenko verkündet die Zahlungsunfähigkeit des russischen Staates und die russische Sprache ist um ein Wort reicher: Default. Buchstäblich über Nacht bricht das russische Finanzsystem zusammen. Der Rubel beginnt eine atemberaubende Talfahrt von damals etwa 5:1 zum Dollar auf das Niveau von 18:1. Importwaren verteuern sich ebenso schnell um den Faktor 3 und meine damalige Firma muss sich aus dem Russlandgeschäft zurückziehen. Die Krise 2008 ist - trotz gewisser Parallelen - eine andere.

Dunkelhäutige Nachwuchsnazis mit XXL-Hakenkreuz gehören eigentlich nicht zu meiner Kernzielgruppe. Aber diesem hier möchte ich schon qualifizierten ärztlichen Rat nahelegen. Der eigentliche Skandal ist aber Googles Orkut, wo mir dieser exotische Verirrte auffiel. Auf meine Mißbrauchsmeldung hin erhielt ich folgende Antwort:

Das nette "dining out" im Moskauer Nobel-Restaurant "Scandinavia" hätte fast noch ein böses Ende genommen. Unser Taxifahrer telefonierte bereits mit seinem "Sicherheitsdienst", weil wir seinen Preis nicht zahlen wollten. Lesen Sie hier, wie es dazu kommen konnte...

Geschehen gestern auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Eine Familie mit zwei Kindern (davon zwei voll zahlende Fluggäste und ein Kleinkind) checkt für den Flug nach Moskau-Vnukovo ein. Zwei Gepäckstücke sollen aufgegeben werden, nur eines davon war zuvor per Internet angemeldet worden. Das Germanwings-Personal verlangt für das 20 kg schwere, nicht angemeldete Gepäckstück den Zuschlag für Übergepäck, obwohl das Gesamtgewicht von 23 kg pro Fluggast nicht überschritten ist. Man beruft sich darauf, dass jedes nicht angemeldete Gepäckstück Übergepäck sei. Preis 140 Euro, mehr als das Flugticket. Nur ein lautstarker Auftritt am Schalter wendet die Zahlung und den Skandal ab. Andere, mehrheitlich russische Fluggäste lassen sich einschüchtern und zahlen für ihr nicht angemeldetes Gepäck 7 Euro pro kg.
Eine von den schönen Hinterlassenschaften der sozialistischen Sowjetunion: Kindermusikschulen, in denen sich fähige Musikpädagogen mit Hingabe um den kulturellen Nachwuchs des Landes kümmern. Selbst im kapitalistischen Russland noch für jedermann erschwinglich: Ganze 200 Rubel (5,40 Euro) kostet der Schulbesuch im Monat. Reichlich Blumen und Pralinen als Dank an die Lehrerinnen am Schuljahresende gehen da gerne extra.
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